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Karl Jenul – 50 Jahre Blasmusik PDF Drucken E-Mail
BezObm Webhofer verleiht das Verdienstabzeichen in Gold
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Blasmusik muß für manche eine Art Droge sein. Man verfällt ihr. Und kommt nie mehr von ihr los. Karl Jenul (61) aus Tröpolach, seit 1971 in Essen lebend, ist einer von diesen Idealisten, für die Blasmusik geradezu ein Lebensinhalt ist. Vor kurzem wurde er für 50 Jahre im Dienste der Blasmusik öffentlich ausgezeichnet und entsprechend geehrt. Jenul ist aktives Mitglied der Trachtenkapelle „Wulfenia“ Tröpolach.

Blasmusik in der Familie

Bockn Karli, wie man ihn kennt...
Bockn Karli, wie man ihn kennt...
Schon in der Wiege lauschte Karl Jenul der Blasmusik. Sein Vater Thomas war Trompeter in der 1948 gegründeten „Wulfenia“. Offenbar gefiel ihm diese Musik und er wollte den väterlichen Spuren folgen. Aber wie wird man zum Blasmusiker? In der 4. VS-Klasse begann der 10jährige dem Flügelhorn erste Töne zu entlocken. Der Vater brachte ihm die Notenlehre bei. Damals gab es bekanntlich keine Musikschulen. Die Neugierde wuchs wie der Bub und er wagte sich, den damaligen jungen 1. Trompeter Karl Stattmann („Schusterirgl“) um seine Hilfe zu bitten. Er möge ihm anleiten, dieses Instrument zu erlernen. Dessen älterer Bruder Georg, ein ausgezeichneter Klarinettist, nahm sich ebenfalls dem „Bockn Karli“ an. Gemeinsam musizierten sie über den Winter 1959/60 und machten in diesen Monaten aus dem Volksschüler einen talentierten Jungmusiker. „Diese Lehre war nicht leicht, bei jedem klanglichen Mißton mußten einige Haar daran glauben“, lacht er heute über diese harte, aber dennoch schöne Lehrzeit. Daß seine mittlerweile geschwundene Haarpracht damit etwas zu tun habe, verneint er. „Das ist erblich bedingt, damit haben meine beiden musikalischen Lehrmeister nichts zu tun“. Im Frühjahr 1960 durfte der Jungmusiker erstmals in die neu geschneiderte Tracht der „Wulfenia“ (seine Größe gab es vorher nicht) schlüpfen und bei einem Sportfest am Hermagorer Fußballplatz das 2. Flügelhorn blasen. „Ich war sehr stolz darauf, mitspielen zu dürfen und entsprechend laut und unbekümmert war auch die Stimme meines Flügelhorns“. Bei so viel Enthusiasmus war nicht zu vermeiden, daß sich da einige dem feinen Gehör des damaligen Kapellmeisters Franz Beck quälende Mißtöne einschlichen. „Da ich ganz vorne saß, schlug Beck mehrmals mit dem Taktstock maßregelnd gegen meinen Notenständer“. Dazu gesellten sich noch einige Schienbeintreter von meinem Trompetennachbarn Karl Stattmann. Die eindeutigen Zeichen aus der Ecke des 1. Flügelhornisten Sepp Stattmann waren auch nicht immer aufbauend. Es war also nicht unbedingt leicht, als Schüler in dieser speziellen Erwachsenenwelt bestehen zu können. Dies betraf vor allem auch die samstägigen Proben, bei denen seinerzeit nicht nur die Musik im Mittelpunkt stand. Karl Jenul ließ sich aber davon nicht beirren, er biß sich durch und wurde mehr und mehr zu einem unverzichtbaren Bestandteil der TKP „Wulfenia“. Da war es eigentlich nur logisch, daß der gelernte Tischler als erster Tröpolacher (nach Jakob Allmayer) souverän den Eignungstest für die Militärmusik Kärnten schaffte. „Diese Zeit bei der Militärmusik ist für mich als Musiker einfach unvergeßlich, hier lernte ich die Blasmusik in all ihren Facetten“, erinnert er sich gerne an die Jahre 1968/69 unter Anton Sollfelner zurück.

Musik-Legionär

Obmann Klaus überreicht die Wulfenia-Uhr
Obmann Klaus überreicht die Wulfenia-Uhr
Damals, Anfang 1970, stand der Sommer-Tourismus in unserer Region in vollster Blüte. Viele Urlauber aus dem Ruhrpott kamen nach Tröpolach. Darunter auch eine Urlauberfamilie aus Essen. Deren Tochter Rita hatte es dem Karli angetan, er verliebte sich in sie und es kam was kommen mußte: sie heirateten. Und da die Rita nicht nach Kärnten wollte, verlegte eben Karl seinen Wohnsitz nach Essen. „Dieser Schritt fiel mir allerdings nicht leicht, schließlich lag mein Lebensmittelpunkt in Tröpolach“. Die Musik fehlte ihm sehr, er hielt sich aber immer am laufenden, ließ sich die in der TKP „Wulfenia“ gerade aktuelle Musikliteratur nach Essen schicken und spielte sie durch. Jeden Urlaub verbrachte er in diesen Jahren in seinem Heimatort. Bei jeder Ausrückung war Karl Jenul dabei und spielte das Flügelhorn. Sogar zum Landesmusikertreffen nach Südtirol reiste Jenul an, um seine „Wulfenia“ entsprechend zu unterstützen. Auch zum Tröpolacher Kirchtag kommt er jedes Jahr heim und hält mit Musik und Gesang die Tradition hoch.

Leben für die Musik

Karl hebt den Taktstock
Karl hebt den Taktstock
Mittlerweile sind 50 Jahre ins Land gezogen, in denen Karl Jenul aktiv musiziert und der TKP „Wulfenia“ die Treue hält. Allerdings waren ihm diese Urlaubs-Auftritte zu wenig. Im Jahre 1990 entschloß sich der Musikbesessene der Blasmusik Kirchhellen (Essen) beizutreten und dort den 1. Flügelhornisten (und Kapellmeister-Stellvertreter) zu übernehmen. Es wundert daher nicht, daß es zwischen Kirchhellen und Tröpolach „funkte“ und aus dieser „Doppelmitgliedschaft“ von Karl Jenul eine aktive Partnerschaft entstand, die zu Besuchen und Gegenbesuchen beider Musikkapellen führte. Nebenbei musiziert Karl Jenul bei Bedarf gerne auch in der Polizeimusik Essen.

Was mag die Triebfeder für ein solches idealistisches Musikerleben sein? Ist Musik tatsächlich mit einer Droge vergleichbar? Für Karl Jenul ist Blasmusik einfach faszinierend. „Mir gibt sie unendlich viel und ich habe ihr ebenso viel zu verdanken“. Neben der Musik ist für ihn vor allem die Kameradschaft ein ganz wesentlicher Faktor. „Wer miteinander musiziert, stets auf den richtigen Ton achtet und so ein Zusammenspiel vieler Stimmen zu einer schönen Melodie ermöglicht, der spürt und schätzt diese Kameradschaft ein Leben lang“.
Sein ausgeprägter Idealismus und seine Heimatverbundenheit sind beispielgebend. Idealisten werden bekanntlich nicht immer oder nur selten bedankt.
Daher hat sich Karl Jenul diese Ehrung und öffentliche Anerkennung seiner Leistungen um das heimische Blasmusikwesen wahrlich verdient.
Tröpolach sagt dem „Bockn Karli“ ebenso DANKE!

Foto und Text: Leopold Salcher

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 5. August 2010 )
 
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“Das Notwendigste und Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo.”
Wolfgang Amadeus Mozart (27.01.1756-05.12.1791)
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